Bild Studie Otto Brenner Preis

Journalismus - verwandelt bis zur Unkenntlichkeit

Von Hans-Jürgen Arlt und Dr. Wolfgang Storz, 15.10.2012

Von der Kommunikationsarbeit im Dienste der demokratischen öffentlichen Meinung zum Erfüllungsgehilfen der Aufmerksamkeitswirtschaft

7 Thesen der Autoren für den 17. MainzerMedienDisput:
"Journalismus - verwandelt bis zur Unkenntlichkeit"

Unfassbar! "Bild"-Report zur Griechen-Krise bekommt einen Journalistenpreis für "exzellenten Wirtschaftsjournalismus". Zählt differenzierte Berichterstattung gar nichts mehr?

Von Dr. Wolfgang Storz, 23.06.2011

Was eint Roland Tichy, Chef redakteur der Wirtschafts woche, Helmut Reitze, Intendant des Hessischen Rundfunks, Stephan-Andreas Casdorff, Chef redakteur des Tagesspiegel, und Kai Diekmann, Chefredakteur von Bild? Alle vier sind überzeugt, dass es sich bei den Veröffentlichungen von Bild zur Griechenland- und Euro-Krise um "exzellenten Wirtschaftsjournalismus" handelt. Tichy, Reitze und Casdorff zeichneten als Juroren der Quandt- Stiftung eine fünfteilige Bild-Serie aus.. (...)

Der gesamte Beitrag von Wolfgang Storz ist auf www.freitag.de nachzulesen.

Stellungnahme zur Quandt-Preisverleihung an BILD

Von Hans-Jürgen Arlt und Dr. Wolfgang Storz, 15.06.2011

Die Entscheidnung der Johanna-Quandt-Stiftung, "Bild" für eine fünfteilige Serie im Herbst 2010 - einen nachgeschobenen Teil der Veröffentlichungen des Blattes über die Griechenland - und Euro-Krise vom ersten Halbjahr 2010 - mit dem Herbert Quandt Medien-Preis auszuzeichnen, ist befremdlich und hilfreich zugleich.

Befremdlich ist die Entscheidung der Quandt-Stiftung und der Preis-Jury aus zwei Gründen.

Erstens: auch die Juroren wissen, dass die fünfteilige Serie "Geheimakte Griechenland - der große BILD-Report" untrennbar mit der Kampagne von "Bild" im Frühjahr/Frühsommer 2010 verbunden ist. (...)

Propagandistisches Eigenleben
Das "Bild"-Karussell aus Auflage, Rendite und Macht

Von Hans-Jürgen Arlt und Dr. Wolfgang Storz, 06.05.2011, epd medien Nr. 18, Seite 5-9

Im Mediensystem ist was los. Verlage und Sender konkurrieren, fusionieren, positionieren und profilieren sich neu. "Bild", das Flaggschiff des Axel Springer Verlages, scheint jedoch trotz gravierender Auflagenverluste nicht nur unbeirrt seine Bahn zu ziehen, sondern verbucht - publizistisch, ökonomisch, politisch - sogar Positionsgewinne. In seiner Selbstdarstellung sagt der Verlag auch warum: "Das Geschäft von Axel Springer ist exzellenter Journalismus."

Wo Tageszeitung draufsteht, ist Journalismus drin; gestritten werden darf nur darüber, ob es guter oder schlechter ist. (...)

"Kein Journalismus": Der Weg aus der Sackgasse der "Bild"-Kritik, 28.04.2011

Interview mit Dr. Wolfgang Storz:

Die "Bild"-Zeitung macht gar keinen Journalismus. So die pointierte These einer Studie der gewerkschaftsnahen Otto Brenner Stiftung. Evangelisch.de sprach mit Co-Autor Wolfgang Storz (Jahrgang 1954), dem früheren Chefredakteur der "Frankfurter Rundschau", über Journalismusinszenierungen, "Volks"-Produkte und Zeitungs-Vinotheken sowie die Frage, ob bild.de eigentlich ein Nachrichtenportal ist.

Die Fragen stellte Christian Bartels:

Herr Storz, Kritik an der "Bild"-Zeitung ist ein traditionsreiches Genre, von Wallraff und Enzensberger bis zu den früheren und heutigen Bildbloggern. In Ihrer Studie "Drucksache Bild", die Sie gemeinsam mit dem Kommunikationswissenschaftler Hans-Jürgen Arlt verfasst haben (...)

Das Interview mit Dr. Wolfgang Storz ist auf evangelisch.de nachzulesen.

EIN SYSTEM DROHT ZU KIPPEN, 09.04.2011

Von Dr. Wolfgang Storz, Vortrag an der Akademie für Politische Bildung

Es ist eine Selbstverständlichkeit:
Regieren und opponieren gehen in einer Demokratie nur mit und in der Öffentlichkeit. Die öffentliche Debatte über wichtige Themen kann oft sogar als eine Phase des Prozesses der Herstellung neuer Politik angesehen werden. Ohne Öffentlichkeit geht es also nicht.

Das System der Massenmedien produziert die veröffentlichte Meinung, die Teil der öffentlichen Meinung ist. Mit der versucht sie, die öffentliche Meinung wenigstens zu prägen, am besten zu dominieren. (...)

REDE ERÖFFNUNG LINKE MEDIEN-AKADEMIE, Berlin, 11.03.2011

Von Dr. Wolfgang Storz

Ich will versuchen, nach Abschluss der ersten Phase der Auseinandersetzungen mit und um die Politik und den Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg, einen Beitrag zu leisten zur Bestimmung des momentanen Zustandes der demokratischen Öffentlichkeit.

Ich setze ein gemeinsames Verständnis des Berufes Journalismus voraus, der sich im weitesten Sinne um bedeutende gesellschaftliche Themen kümmert. Er ist damit nicht nur dem Handwerk der Information und der Orientierung verpflichtet, sondern zugleich einer öffentlichen demokratischen Sache, womit seine Pflichten über die rein handwerklichen Vorgaben hinaus reichen. (...)